| Luther,
der durch den Kirchenbann schon zum Ketzer erklärt ist, wird von Kaiser
Karl V., der gleich zu Beginn die Sache der Reformation beenden möchte,
auf Druck einiger Fürsten nach Worms geladen. Dort soll Luther neine
Lehren widerrufen. Luthers Landesfürst, der mächtige Kurfürst
Friedrich
der Weise von Sachsen, fordert aber, dass Luther nicht ohne Anhörung
geächtet und verhaftet wird.
Luther macht sich am 2. April 1521 auf die Reise nach Worms. Die Fahrt nach Worms gleicht einem Triumpfzug, Luther wird überall mit Begeisterung empfangen. In Erfurt, Gotha und Eisenach predigt er auf dem Wege. Aber auch in Worms, wohin er am 16. April gelangt, wird er vom Volk begeistert aufgenommen. Luther muss zweimal vor dem Kaiser erscheinen, jedesmal wird ihm nahegelegt, seine Lehren zurückzunehmen. Luther jedoch sieht keine Gründe, die ihn veranlassen könnten, seine Lehren zu widerrufen:
Luther wird entlassen, jedoch nicht verhaftet, da ihm der Schutzbrief für 21 Tage freies Geleit zusichert. Er begibt sich am 25. April auf die Rückreise. Als er und die ihn unterstützenden Fürsten Worms verlassen haben, verhängt der Kaiser über Luther die Reichsacht (Wormser Edikt): er ist nun vogelfrei. Auf der Rückreise läßt Kurfürst Friedrich der Weise Luther am 4. Mai zum Schein überfallen und auf die Wartburg bringen. Dies geschieht einerseits zum Schutze Luthers, andererseits aber auch dem Kurfürsten, um sich selbst nicht zu gefährden, da er ja einem mit dem bann und der Reichsacht Belegten Unterschlupf gewährt. |
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