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Philipp Melanchthon
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1514 wurde Melanchthon
Magister für alte Sprachen in Tübingen. Sein Großonkel,
der Altphilologe Johann Reuchlin, sorgte dafür, dass Melanchthon
1518 einen Lehrstuhl
für griechische Sprache in Wittenberg erhielt. Während
dieser Zeit machte er Bekanntschaft mit Martin Luther, zu dessen Vertrautem
er wurde.
Melanchthon lebte sich sehr
schnell in Wittenberg ein. Entscheidend war hier gewiss auch die Begegnung
mit Martin Luther. Die Beziehung von Melanchthon und Luther war stets von
großer Intensität geprägt. Schon früh war aus der
gemeinsamen Arbeit an der Universität eine innige Freundschaft geworden.
Wie innig diese Beziehung gewesen ist, verdeutlicht ein Ausspruch Melanchthons
über Luther: "Ich würde lieber sterben
als von diesem Manne getrennt zu sein."
Luther war schon nach Melanchthons
Antrittsrede 1518 von den Qualitäten des jungen Professors der griechischen
Sprache an der Universität Wittenberg beeindruckt. Melanchthon führte
seine während der Studienzeit begonnenen Studien der Theologie in
Wittenberg fort und erwarb einen akademischen Grad in diesem Fach. Er hielt
zahlreiche Vorlesungen in den biblischen Fächern und wurde auch in
theologischen Fragen ein oft beanspruchter Gutachter und Gesprächspartner
für Luther.
Von Luther wurde Melanchthon
auch in die reformatorische Theologie eingewiesen. Melanchthon hingegen
lehrte Luther die griechische Sprache. Er war es, der Luther dazu motivierte,
die Bibel in ein für das Volk verständliches Deutsch zu übersetzen.
Schon bei der ersten großen
Auseinandersetzung zwischen Luther und der römischen Kirche, der Leipziger
Disputation im Jahre 1519, ist Melanchthon zugegen. Er schreibt
Luther während dieses Streitgespräches mit Johannes
Eck kleine Zettel mit Bibelstellen, die die Vorrangstellung
des Papstes - der Streitpunkt des Gespräches - widerlegen.
Luther arbeitet unermüdlich
an der neuen Theologie - nur fehlt ihm dabei oft die Systematik. Diese
Aufgabe übernimmt Melanchthon: er schreibt 1521 die erste gültige
Zusammenfassung der reformatorischen Lehre, die "Loci
Communes Rerum Theologicarum" (Grundbegriffe der Theologie oder
theologische Skizzen) und leistete damit einen bedeutenden Beitrag zur
Systematisierung der reformatorischen Gedanken. Luther ist so begeistert
von diesem Buch, dass er es gar in die Bibel aufnehmen möchte
Danach setzte sich Melanchthon
umfassend für eine Neuorganisation des evangelischen Kirchen- und
Schulbetriebs ein. (Unterricht der Visitatoren, 1527).
1529 nahm Melanchthon
am Marbuger Religionsgespräch mit Ulrich Zwingli teil. Auch
vertrat er die reformatorische Position auf dem Augsburger Reichstag
( 1530 ), wo er die insgesamt 28 in Übereinstimmung mit Luther
verfassten Glaubensartikel des Augsburgischen Bekenntnisses (Confessio
Augustana) verlas.
Im Jahr darauf erschien
seine Verteidigungsschrift Apologie, 1537 dann der Tractatus
de potestate papae, drei zentrale Schriften der Reformationsbewegung.
Die 1540 publizierten Variata
(Variationen) verallgemeinerten verschiedene Aspekte der Confessio bzw.
akzentuierten sie neu. Melanchthon bemühte sich um eine friedliche
Reformierung der Kirche, die versuchte, die Christenheit nicht zu spalten.
Die Religionsgespräche von Worms und Regensburg (1540-1541)
dienten vor allem dem Ziel, sich mit dem Katholizismus auszusöhnen.
Dieser Versuch scheiterte.
Durch den Einfluss des Humanismus
gelangte Melanchthon zu Ansichten, die ihn zunehmend von Luther entfremdeten.
Auch seine Interpretation des Abendmahls und anderer theologischer Fragen
brachten ihn zu Luther in Widerspruch. Vergeblich versuchte Melanchthon,
vor seinem Tod die Streitigkeiten innerhalb der evangelischen Kirche beizulegen.
Er starb am 19. April
1560 in Wittenberg.
[Bearbeitet
und ergänzt nach: Microsoft Encarta 97 Enzyklopädie. 1993-1996
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