Philipp Melanchthon
(1497-1560),
Eigentlich Philipp Schwarzert
In Bretten geborener Humanist und Reformator, nach dem Tod Luthers Führer des Protestantismus.

Philipp Melanchthon

1514 wurde Melanchthon Magister für alte Sprachen in Tübingen. Sein Großonkel, der Altphilologe Johann Reuchlin, sorgte dafür, dass Melanchthon 
1518 einen Lehrstuhl für griechische Sprache in Wittenberg erhielt. Während dieser Zeit machte er Bekanntschaft mit Martin Luther, zu dessen Vertrautem er wurde. 
Melanchthon lebte sich sehr schnell in Wittenberg ein. Entscheidend war hier gewiss auch die Begegnung mit Martin Luther. Die Beziehung von Melanchthon und Luther war stets von großer Intensität geprägt. Schon früh war aus der gemeinsamen Arbeit an der Universität eine innige Freundschaft geworden. Wie innig diese Beziehung gewesen ist, verdeutlicht ein Ausspruch Melanchthons über Luther: "Ich würde lieber sterben als von diesem Manne getrennt zu sein." 
Luther war schon nach Melanchthons Antrittsrede 1518 von den Qualitäten des jungen Professors der griechischen Sprache an der Universität Wittenberg beeindruckt. Melanchthon führte seine während der Studienzeit begonnenen Studien der Theologie in Wittenberg fort und erwarb einen akademischen Grad in diesem Fach. Er hielt zahlreiche Vorlesungen in den biblischen Fächern und wurde auch in theologischen Fragen ein oft beanspruchter Gutachter und Gesprächspartner für Luther. 
Von Luther wurde Melanchthon auch in die reformatorische Theologie eingewiesen. Melanchthon hingegen lehrte Luther die griechische Sprache. Er war es, der Luther dazu motivierte, die Bibel in ein für das Volk verständliches Deutsch zu übersetzen. 
Schon bei der ersten großen Auseinandersetzung zwischen Luther und der römischen Kirche, der Leipziger Disputation im Jahre 1519, ist Melanchthon zugegen. Er schreibt Luther während dieses Streitgespräches mit Johannes Eck kleine Zettel mit Bibelstellen, die die Vorrangstellung des Papstes - der Streitpunkt des Gespräches - widerlegen. 
Luther arbeitet unermüdlich an der neuen Theologie - nur fehlt ihm dabei oft die Systematik. Diese Aufgabe übernimmt Melanchthon: er schreibt 1521 die erste gültige Zusammenfassung der reformatorischen Lehre, die "Loci Communes Rerum Theologicarum" (Grundbegriffe der Theologie oder theologische Skizzen) und leistete damit einen bedeutenden Beitrag zur Systematisierung der reformatorischen Gedanken. Luther ist so begeistert von diesem Buch, dass er es gar in die Bibel aufnehmen möchte
Danach setzte sich Melanchthon umfassend für eine Neuorganisation des evangelischen Kirchen- und Schulbetriebs ein. (Unterricht der Visitatoren, 1527).
1529 nahm Melanchthon am Marbuger Religionsgespräch mit Ulrich Zwingli teil. Auch vertrat er die reformatorische Position auf dem Augsburger Reichstag ( 1530 ), wo er die insgesamt 28 in Übereinstimmung mit Luther verfassten Glaubensartikel des Augsburgischen Bekenntnisses (Confessio Augustana) verlas. 
Im Jahr darauf erschien seine Verteidigungsschrift Apologie, 1537 dann der Tractatus de potestate papae, drei zentrale Schriften der Reformationsbewegung. 
Die 1540 publizierten Variata (Variationen) verallgemeinerten verschiedene Aspekte der Confessio bzw. akzentuierten sie neu. Melanchthon bemühte sich um eine friedliche Reformierung der Kirche, die versuchte, die Christenheit nicht zu spalten. Die Religionsgespräche von Worms und Regensburg (1540-1541) dienten vor allem dem Ziel, sich mit dem Katholizismus auszusöhnen. Dieser Versuch scheiterte. 
Durch den Einfluss des Humanismus gelangte Melanchthon zu Ansichten, die ihn zunehmend von Luther entfremdeten. Auch seine Interpretation des Abendmahls und anderer theologischer Fragen brachten ihn zu Luther in Widerspruch. Vergeblich versuchte Melanchthon, vor seinem Tod die Streitigkeiten innerhalb der evangelischen Kirche beizulegen. 
Er starb am 19. April 1560 in Wittenberg.

[Bearbeitet und ergänzt nach: Microsoft Encarta 97 Enzyklopädie. 1993-1996 

Kurzbiographie:

  • 1497 wird Melanchthon (eigentlich Schwarzerd) in Bretten geboren. 
  • 1509 geht er an die Universität Heidelberg
  • 1511 Baccalaureat (erster akadem. Grad) 
  • 1512 Umzug nach Tübingen 
  • 1514 Magister artium 
  • 1518 als Professor der Griechischen Sprache nach Wittenberg 
  • Teilnahme an allen wichtigen Verhandlungen der Protestanten 
  • Wichtigster Mitarbeiter Luthers 
  • Einführung einer großen Schul- und Universitätsreform in Kursachsendurch, die auch für andere Länder vorbildlich wird:

  • "Praeceptor Germaniae" (Lehrer Deutschlands) 
  • Von ihm stammen die "Loci communes" (erste ev. Dogmatik, 1521) und die "Confessio Augustana" (Bekenntnisschrift der Reformation, 1530). 
  •  1560 stirbt er in Wittenberg 
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