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Ökumenische
Bewegung (Ökumene von griechisch oikoumené (ge):
bewohntes Land), Bewegung, die eine weltweite Zusammenarbeit und Einigung
der christlichen Kirchen anstrebt.
Ziele des Ökumenismus Die
Weltmissionskonferenz in Edinburgh
von 1910 ( s. u. Grafik )markierte den Beginn
der modernen ökumenischen Bewegung, wobei drei Grundziele bestimmend
waren:
Die Bemühungen um die Verkündung des Evangeliums fand 1921 ihren Ausdruck in der Gründung des Internationalen Missionsrates ( Grafik ), dem 17 nationale missionarische Organisationen angehörten. Er koordinierte die Missionsstrategien und unterstützte neugegründete Kirchen. Bestrebungen nach einem Kirchendienst über Bekenntnis- und Staatsgrenzen hinweg trugen 1925 in Stockholm Früchte, als die erste Weltkonferenz für Praktisches Christentum einberufen wurde, um die soziale und politische Dimension des Evangeliums zu erörtern. Diese Bewegung wurde unter dem Wahlspruch "Lehre trennt, Dienst aber verbindet" fortgeführt.
Bis
1920, als das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel eine Enzyklika
veröffentlichte, in der alle Christen zur Wiedervereinigung aufgerufen
wurden, ging der Impuls zur Einheit der Kirchen fast ausschließlich
von Prostestanten aus. Aber auch die Ostkirchen
traten bei seiner Gründung dem Weltrat der Kirchen bei.
1959 änderte sich die Haltung der katholischen Kirche, als Papst Johannes XXIII. die Einberufung eines 2. Vatikanischen Konzils anregte, um die Arbeit des 1. Vatikanischen Konzils von 1870 zu Ende zu führen. Der Papst richtete ein Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen ein. Ein wahrer Durchbruch folgte 1961, als Johannes die offizielle Teilnahme von Beobachtern der römisch-katholischen Kirche an der dritten Vollversammlung des Weltkirchenrates gestattete. Seinem Einfluss war es auch zu verdanken, dass protestantische und orthodoxe Gäste bei der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils in der Peterskirche 1962 Ehrenplätze erhielten und auch zu allen Arbeitssitzungen zugelassen wurden. 2 500 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche, die an den vier Konzilssitzungen teilnahmen (1962-1965), befassten sich mit der Frage der Einheit des Christentums. In ihrem Dekret zur Ökumene von 1964 werden die nichtkatholischen Kirchen erstmals nicht mehr als "Schismatiker", sondern als "abtrünnige Brüder" bezeichnet. Außerdem wird betont, daß sowohl Katholiken wie Protestanten zur Spaltung beigetragen hätten. Nach
dem Tod von Papst Johannes 1963 verkündete sein Nachfolger Papst Paul
VI. seine Absicht, die Ökumene fortzuführen,
und schilderte die Einheit als "Gegenstand ständigen Interesses, systematischer
Erforschung und fortwährender Nächstenliebe".
Am Ende des 2. Vatikanischen Konzils wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe zwischen dem Vatikan und dem Ökumenischen Rat der Kirchen eingesetzt. In vielen Ländern fanden offizielle Gespräche zwischen der römisch-katholischen und den protestantischen Kirchen statt. Die Mitgliedschaft der katholischen Kirche im Ökumenischen Rat der Kirchen wurde jedoch bis heute noch nicht verwirklicht, doch hält diese weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit dem Weltkirchenrat aufrecht und entsendet zu seinen Sitzungen regelmäßig Beobachter. Ökumene heute In
den achtziger und neunziger Jahren zeichnete sich die ökumenische
Bewegung durch eine zunehmende Übereinstimmung in Glaubensfragen aus,
die seit jeher heftig umstritten waren, sowie durch eine stärkere
Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Zum großen Teil ist dies den bilateralen
Gesprächen in den siebziger Jahren zwischen den verschiedenen christlichen
Kirchen zu verdanken. In den Bereichen Friedensarbeit, internationale Entwicklungshilfe
und Katastrophenhilfe arbeiten die römisch-katholische Kirche und
der Weltkirchenrat eng zusammen.
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