Johannes Tetzel
(um 1465-1519)
In Pirna geborener katholischer Prediger des Dominikanerordens
1509 Inquisitor für Polen
Wegen seiner Wortgewandtheit wurde er vom Heiligen Stuhl mit dem Aufruf zum Ablass beauftragt, dessen Erlös hauptsächlich dem Wiederaufbau der Peterskirche in Rom dienen sollte. Johannes Tetzel selbst war nie in Wittenberg gewesen, brachte aber den Stein der Reformation aufgrund seines marktähnlichen Ablasshandels ins Rollen. 
Bei diesem Ablassprediger, so hieß es, könne man Ablass für Sünden schon Verstorbener oder gar Ablass für eigene Sünden, die in der Zukunft noch geschehen würden, erlangen. 1517 wurde Tetzel Generalsubkommissar des Mainzer Erzbischofs Albrecht II. Als solcher war er für die Kirchenprovinz Magdeburg zuständig. 
Ein solcher Ablasshandel lief Luthers Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich ein Leben lang Gottes Demut unterwirft, zuwider und brachte Luther dazu, diesen  Ablasshandel anzuprangern.
In Opposition zu Tetzels Ablasspredigten veröffentlichte Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen. Im darauffolgenden Januar konterte Tetzel mit über 100 Gegenthesen, im April folgte seine Antwort auf Luthers Predigt gegen den Ablass. Wegen seiner anstößigen Sprache wurde Tetzel von dem deutschen päpstlichen Diplomaten Karl von Miltitz scharf gerügt.

Kurzbiografie:

  • Um 1465 in Pirna geboren
  • Ab 1488 Dominikanermönch
  • 1504 - 10 Ablassprediger seines Ordens in verschiedenen deutschen Ländern (vor allem in Thüringen)
  • 1509  Inquisitor für Polen
  • 1517  Generalsubkommissar des Mainzer Erzbischofs Albrecht II. für die Ablasspredigt in der Kirchen-Provinz Magdeburg
  • Ab 1518  in Leipzig
  • 11.08.1519  in Leipzig gestorben
Zusammenfassung des Verlaufs und der Folgen des Ablasstreites
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