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Zwingli
wurde am 1. Januar 1484 in Wildhaus bei Sankt Gallen geboren.
Er
studierte scholastische Theologie in Wien und Basel.
Frühe Einflüsse
Seit
1506 war Zwingli Pfarrer in Glarus und in den Schlachten von Novara
und Marignano als Feldprediger tätig. Seine Erfahrungen, die er als
Militärseelsorger
machte, führten ihn dazu, das Söldnertum öffentlich zu verurteilen.
1516
wurde er zunächst Priester in Einsiedeln und später 1519
am Großmünster in Zürich.
Der Beginn der Reformation
In
Basel trifft er den Humanisten Erasmus (um 1466- 1536), der ihn stark beeinflusst.
Ab 1514 stand Zwingli unter dem Einfluss der humanistischen Schriften des
Erasmus
von
Rotterdam. 1922 veröffentlichte er
eine Schrift, die gegen das Fastengebot der Kirche gerichtet war.
In
einem längeren Prozess entfremdet sich Zwingli der katholischen Kirche.
Seine Reformation beginnt er zunächst unabhängig von Luther.
1523
legt er dem Stadtrat von Zürich 67 Thesen vor und erhält
die Erlaubnis, seine Lehre in der Stadt zu predigen. Dieses Bündnis
mit der Obrigkeit bestimmt die weiteren Ereignisse: Mit ihrer Hilfe schafft
Zwingli die Bilder in den Kirchen, Orgelspiel und Gesang, Prozessionen
und Reliquienverehrung sowie die Messe ab und reicht das Abendmahl nur
viermal im Jahr. Die Klöster hebt er auf. Er betonte den
Primat
der Heiligen Schrift vor dem kirchlichen Dogma, wandte sich
gegen
die Verehrung von Bildern, Reliquien und Heiligen. Er griff den sakramentalen
Charakter der Eucharistie und den erzwungenen
Zölibat an.
Zwinglis
Äußerungen erregten den Zorn Papst
Hadrians VI., der ihm Kanzelverbot erteilte
und den Rat der Stadt aufforderte, den Priester als Ketzer zu ächten.
Entgegen der Weisung Hadrians’ machte sich jedoch der Rat der Stadt die
Haltung Zwinglis zu eigen und unterstützte ihn, indem er den Kanton
Zürich von der Gerichtsbarkeit des Bischofs von Konstanz ausnahm.
Der Rat setzte die Kritik Zwinglis um und schaffte die Traditionen der
Kirche ab, die nicht biblisch begründet waren, u. a. Heiligenbilder,
Klöster, Beichte, Firmung, Prozessionen und Krankensalbung.
Zwingli gewinnt den größten
Teil der deutschen Schweiz sowie einige süddeutsche Städte für
seine Reformation.
Innerprotestantische Streitigkeiten
1525
führte eine Disputation zwischen Zwingli und der radikalen protestantischen
Bewegung der Täufer vor dem Rat der Stadt
zu deren Ausweisung.
Die
Auseinandersetzung
zwischen Martin Luther
und Zwingli über das Abendmahl erreichte
im Marburger Religionsgespräch vom 2. bis 4. Oktober 1529 ihren
Höhepunkt und führte zum Bruch, wobei Zwingli eine antisakramentale,
symbolische Auffassung des Abendmahles vertrat.
Das Ende der schweizerischen
Reformation
1529
mündeten die Feindseligkeiten zwischen den Kantonen in einen offenen
Bürgerkrieg.
Am 10. Oktober 1531 wurde Zwingli, der die protestantischen Truppen als
Feldprediger begleitete, bei Kappel am Albis verwundet und später
von den Katholiken getötet. |